Strommarkt

Der österreichische Strommarkt ist im Wandel, viele sprechen sogar von einer Revolution der Erneuerbaren Energien. Die Veränderungen und Herausforderungen sind vielfältig:

Erneuerbare Energien statt fossile Rohstoffe

Die Wasserkraft ist die bedeutendste Stromquelle in Österreich. Aber noch immer haben fossile Energieträger wie Erdöl, Erdgas und Steinkohle einen zwanzig-prozentigen Anteil an der heimischen Elektrizitätserzeugung. In Zukunft werden zusätzlich zur Wasserkraft Sonne, Wind und Biomasse einen großen Teil zur Stromerzeugung beisteuern.

Wettbewerb auf den Märkten

Bis zur Liberalisierung des österreichischen Strommarkts am 1. Oktober 2001 wurde Elektrizität ausschließlich von den großen Energieerzeugern bereitgestellt. Mit dem Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz sowie dem Ökostromgesetz wurde es für unabhängige Stromproduzenten möglich, selbstständig Strom zu erzeugen und in das Netz einzuspeisen. Ehemalige Monopolisten bekamen Konkurrenz von Stadtwerken, neugegründeten Energieunternehmen und kleinen Ökostromanlagen. Diese Ökostrompioniere und Energiefarmer sind mittlerweile zu einer wichtigen und tragenden Säule der Energiewende geworden.

Dezentrale Erzeugung

Bisher wurde Österreich hauptsächlich von großen Kraftwerken mit Strom versorgt. Durch dezentrale Erzeugungsanlagen werden diese langsam ersetzt. Hier werden die vorhandenen Potenziale einer Region und die gegebenen technischen Möglichkeiten (z.B.: KWK) genutzt, um erneuerbare Energie zu erzeugen. Durch die Vernetzung der Anlagen zu einem virtuellen Kraftwerk ist es möglich, dass selbstständige Betreiber als Kraftwerksverbund auftreten können. Dadurch wird die systemtechnische und volkswirtschaftliche Effizienz der stromwirtschaftlichen Wertschöpfungskette dezentraler Energieerzeugung weiter erhöht.

Herausforderung Flexibilität

Das Stromangebot und die Stromnachfrage müssen sich zu jedem Zeitpunkt decken. Um dieses Marktgleichgewicht zu finden, verlassen sich die Käufer und Verkäufer an der Strombörse auf Prognosen. Sie handeln Erzeugungskapazität, bis genug Anlagen bereit stehen, um die erwartete Nachfrage zu decken. Aber keine Prognose ist perfekt. Kraftwerke können ausfallen. Die Nachfrage schwankt mit jeder Betätigung eines Lichtschalters. Windböen und Wolken sind kaum auf die Minute vorhersagbar. Deshalb muss der Netzbetreiber, die Austrian Power Grid (APG), zu jeder Stunde Reservekapazitäten vorhalten, die kurzfristig Strom bereitstellen können (“Regelleistung“). Diese können von großen, aber meist nur schlecht regelbaren Kraftwerken zur Verfügung gestellt werden – oder aber von vielen vernetzten Kleinerzeugungsanlagen, die kürzere Reaktionszeiten haben. Das Angebot kann entweder größer oder kleiner als die Nachfrage sein. Ist es größer, muss die Erzeugung heruntergeregelt werden: negative Reserve ist gefragt. Ist die Nachfrage allerdings größer als das Angebot, muss Erzeugung hinzukommen. Die positive Reserve springt ein.