Tertiärregelung

Mit dem Begriff Tertiärregelung, auch Minutenreserve genannt, ist die Bereitstellung von kurzfristigen Stromreserven (Regelenergie) zum Ausgleich von Stromschwankungen gemeint. Die Tertiärregelleistung wird aktiviert, wenn die Abweichung der Regelzone länger als 10 Minuten andauert. Mit dem Einsatz der Tertiärregelleistung (abgekürzt TRL) wird die Netzfrequenz gestützt, wenn sie signifikant unter 50 Hertz sinkt oder über 50 Hertz steigt.

Bei der sogenannten Tertiärregelung wird zwischen “positiver” und “negativer” Tertiärregelung unterschieden. Die positive Tertiärregelung ist die Reservekapazität, die im Notfall eine Unterproduktion auf dem Strommarkt kompensiert und Strom einspeist, um die Normalfrequenz im Stromnetz zu halten. Mit negativer Tertiärregelung ist hingegen die Kapazität gemeint, die für das Speichern oder Zurückhalten von Strom benötigt wird, wenn zu viel Strom bei zu wenig Nachfrage im Netz vorhanden ist. Auf dem Tertiärregelungsmarkt haben bisher hauptsächlich flexible Gaskraftwerke oder Pumpspeicherkraftwerke ihre Dienste angeboten. Sie können innerhalb einer Viertelstunde ihre Produktion anpassen, den Betrieb hochfahren oder einstellen. Diese Flexibilität haben auch Ökostromanlagen, wie zum Beispiel Blockheizkraftwerke (BHKWs), Biomasse- und Biogasanlagen und spezielle Kleinwasserkraftanlagen.

Um Strom auf dem Tertiärregelungsmarkt anbieten zu können, müssen Energieerzeuger eine Mindestgröße aufweisen. Weil Ökostromanlagen aber selten größer als ein Megawatt sind, hatten Betreiber dieser Anlagen bisher keine Chance am Regelenergiemarkt teilzunehmen. Durch eine Vernetzung von Ökostromanlagen in einem virtuellen Kraftwerk – wie dem “Next Pool“ – können auch diese am Regelenergiemarkt teilnehmen, dadurch die Versorgungssicherheit erhöhen und Zusatzerlöse erwirtschaften.